Grußwort zum Treffen der Befreier und Befreiten – Albany
2009-09-22
Ich überbringe Ihnen die Segenswünsche und den Dank des gesamten Volkes Israel, und besonders den meiner Familie.
Wir sind dem amerikanischen Volk dankbar, insbesondere den amerikanischen Soldaten, die tausende Kilometer gereist sind, um die Menschen Europas zu retten – auch uns. Einige Ihrer Väter haben ihr junges Leben geopfert, um völlig fremde Menschen zu retten. Welch ein Opfer sie zu bringen bereit waren.
Vor etwa einem Jahr feierte die deutsche Stadt Dresden-Pirna den 60. Jahrestag des Staates Israel. Drei Tage lang sangen, tanzten und erzählten etwa 1.800 Menschen Geschichten über Israel.
Ich wurde als Holocaust-Künstlerin eingeladen, zu sprechen und meine Werke auszustellen. In meiner Rede sagte ich den Menschen, dass die Existenz Israels ein Wunder ist. Allein die Tatsache, dass Deutschland heute den 60. Geburtstag Israels feiert, ist ein Wunder.
Nur 63 Jahre zuvor versuchten die Deutschen, 11 Millionen Juden zu vernichten – auf jede erdenkliche Weise, schnell und mit tödlicher Effizienz: Gas, Hunger, Todesmärsche, Krankheiten, Transport in Viehwaggons ohne Wasser und Nahrung. Und auch uns wollten sie in die Elbe werfen. Wären diese mutigen Soldaten nicht gewesen, hätten sie es geschafft.
Vielleicht habe ich überlebt, um zu malen, zu dokumentieren und meine Geschichte zu erzählen, damit die jungen Menschen, die ich treffe, sie weitertragen – damit sie sagen können: Wir haben sie getroffen. Der Holocaust war barbarisch auf eine Weise, die der menschliche Verstand kaum erfassen kann.
Der Todeszug bei Farsleben, Deutschland
von Frank W. Towers | 2008-07-17
Die 30. Infanteriedivision hatte gerade Braunschweig befreit, und unser nächstes Ziel war Magdeburg.
Zwischen Braunschweig und Magdeburg lag Farsleben. Dort entdeckten wir einen langen Güterzug mit etwa 2.500 jüdischen Gefangenen.
Diese Menschen waren aus Bergen-Belsen transportiert worden, zusammengepfercht in Waggons – ohne Platz, ohne Nahrung, ohne sanitäre Bedingungen. Sie standen dicht gedrängt, wie Sardinen.
Die Männer unserer Einheit konnten kaum glauben, was sie sahen. Sie öffneten die Waggons und befreiten die Menschen. Viele hatten Angst, da ihnen gesagt worden war, die Amerikaner würden sie töten.
Stattdessen erhielten sie zum ersten Mal wieder Freiheit.
Grußwort an Dresden
2008-05-02
Das Volk Israel hat seit jeher durch Wunder überlebt.
Eines dieser Wunder ist, dass ich heute hier stehe, 63 Jahre nach meiner Befreiung.
Wer hätte sich vorstellen können, dass 11 Millionen Juden ausgelöscht werden sollten?
Drei Jahre später wurde der Staat Israel gegründet – durch nur 600.000 Menschen.
Auch heute bleibt diese Erfahrung tief in meinem Herzen verankert.
Gruß zur Eröffnung des neuen Museums in Bergen-Belsen
2007-10-28
Zur Eröffnung dieses Museums überbringe ich Grüße aus dem Staat Israel.
Wir, die hier waren, haben Körper und Seele verloren. Jedes Mal, wenn ich hierher zurückkehre, suche ich das verlorene Glück meiner Kindheit.
Wir sind hier, um zu erzählen, damit die nächste Generation weiterträgt, was geschehen ist.
Ich, Sara Atzmon, war hier im Alter von elf Jahren inhaftiert. Heute habe ich sechs Kinder und zweiundzwanzig Enkelkinder.
Unsere Aufgabe ist es, zu erinnern – und zu lehren.
„Trotz allem“
Die Energien, die in den Massengräbern verborgen sind, steigen aus der Erde auf.
Wir tragen diese Erinnerungen weiter – in unseren Träumen, in Freude und Schmerz.
Wir erinnern uns an diejenigen, die zurückgeblieben sind.
Unsere Aufgabe ist es, das Leben weiterzutragen.
Sara Atzmon (Gottdiener)
Brief einer deutschen Schülerin an Sara Atzmon
Liebe Sara,
Es hat Wochen gedauert, bis ich deine Worte verarbeiten konnte.
Deine Geschichte hat mich tief bewegt. Ich konnte nicht wegsehen.
Wir tragen Verantwortung dafür, dass so etwas nie wieder geschieht.
Du hast uns Hoffnung gegeben – und diese Hoffnung will ich nicht enttäuschen.
Ich bewundere deine Stärke, deinen Mut und deinen Willen zu leben.
Deine Geschichte bleibt in meinem Herzen.
Deine Gesha